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Methodische Vorbemerkungen

Mikrozensus

Von 1957 bis 2004 wurde der Mikrozensus in der Bundesrepublik Deutschland als jährliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und die Beteiligung am Erwerbsleben nach dem Konzept der festen Berichtswoche durchgeführt, d. h. die meisten Fragen bezogen sich auf die Gegebenheiten in einer einzelnen Berichtswoche. In der Regel handelte es sich um die letzte feiertagsfreie Woche im April.Seit Beginn des Jahres 2005 wird der Mikrozensus als unterjährige, kontinuierliche Erhebung durchgeführt. Dabei wird das gesamte Befragungsvolumen (= 1 % der hessischen Bevölkerung) gleichmäßig auf alle Kalenderwochen des Jahres verteilt, wobei die letzte Woche vor der Befragung die Berichtswoche darstellt (so genannte gleitende Berichtswoche). Den Nutzern werden ab 2005 Jahresdurchschnittsergebnisse zur Verfügung gestellt. Da die Zahlen früherer Jahre Ergebnisse der Berichtswoche des jeweiligen Jahres sind, ist die Vergleichbarkeit der Daten wegen der unterschiedlichen Erhebungszeiträume eingeschränkt.Der Mikrozensus ist eine Klumpenstichprobe. Der von 1972 bis 1989 gültige Auswahlplan beruhte auf der Zählbezirkseinteilung der Volkszählung 1970 und beinhaltete eine jährliche Ergänzung durch Bezirke in Neubaugebieten. Für den Mikrozensus 1990 wurde erstmals ein neues Auswahlverfahren angewendet, das auf den Ergebnissen der Volkszählung 1987 basiert. Ziel des neuen Auswahlplans war die Erhöhung der Präzision durch Verringerung der Zufallsfehler und insbesondere die Möglichkeit regionaler Auswertungen unterhalb der Landesebene. Dies wurde durch eine Verkleinerung der durchschnittlichen Klumpengröße von ehemals ca. 25 auf nunmehr nur noch rund 10 Haushalte je Auswahlbezirk erreicht. Veränderungen, die nach dem Zeitpunkt der Volkszählung 1987 erfolgten (wie z. B. Neubauten, Abrisse), werden mit Hilfe der Bautätigkeitsstatistik in der Auswahlgrundlage berücksichtigt.

Generell weisen Stichproben einen vom Auswahlsatz und von der Streuung der Merkmale in der Grundgesamtheit abhängigen Zufallsfehler auf. Da der relative Standardfehler bei einer 1%–Stichprobe für hochgerechnete Besetzungszahlen unter 5000, das heißt für weniger als 50 erfasste Personen oder Fälle in der Stichprobe, über 20 % hinausgeht, werden die entsprechenden Tabellenfelder mit dem Zeichen "/" versehen. Werte zwischen 5000 und 10 000 sind in Klammern gesetzt, da die Aussagefähigkeit dieser Zahlen stark eingeschränkt ist.