Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“Entwicklung der Zahl der Erwerbstätigen in den Ländern im vierten Quartal 2009
Die Erwerbstätigkeit entwickelte sich in allen Ländern auch im vierten Quartal 2009 deutlich schwächer als im entsprechenden Vorjahresquartal. Wie der Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) nach vorläufigen Berechnungen mitteilt, war die Entwicklung in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich.
In den alten Ländern (insgesamt ohne Berlin) ging die Beschäftigung 2009 zum zweiten Mal in einem Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal zurück. Der im dritten Quartal begonnene Arbeitsplatzabbau setzte sich im letzten Quartal verstärkt fort. Die aktuelle Zahl lag um 154 000 Personen oder 0,5 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Dies war der stärkste Rückgang in einem vierten Quartal seit 2002 (minus 287 600 Personen oder 0,9 Prozent).
In den neuen Ländern (insgesamt ohne Berlin) setzte sich der bereits im ersten Quartal 2009 begonnene Arbeitsplatzabbau in leicht abgeschwächter Form fort. Die neuen Länder verzeichneten im vierten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 25 300 oder 0,4 Prozent, gegenüber einem Minus von 16 500 Personen oder 0,3 Prozent im ersten Quartal 2009 bzw. jeweils minus 29 000 oder 0,5 Prozent im zweiten und dritten Quartal 2009.
Ursächlich für die Entwicklung der Erwerbstätigkeit im aktuellen Quartal war der starke Rückgang im Produzierenden Gewerbe insgesamt. Hier sank die Zahl der Erwerbstätigen im vierten Quartal 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum in beiden Regionen Deutschlands, wobei der Rückgang mit 3,4 Prozent in den alten Ländern deutlich stärker war als in den neuen Ländern (minus 2,2 Prozent). In den Dienstleistungsbereichen insgesamt erhöhte sich sowohl in den neuen als auch in den alten Ländern die Zahl der Erwerbstätigen leicht; in den neuen Ländern stieg die Erwerbstätigkeit im Vergleich zu 2008 erstmals in einem Quartal wieder an. Die Zuwächse in den Dienstleistungsbereichen konnten die Beschäftigungsverluste im Produzierenden Bereich in beiden Teilen Deutschlands allerdings nicht ausgleichen. In der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei stieg die Zahl der Erwerbstätigen in den alten Ländern, während die neuen Länder insgesamt einen Rückgang aufwiesen.
In den Flächenländern und in den Stadtstaaten (jeweils insgesamt) verlief die Entwicklung der Erwerbstätigkeit unterschiedlich. Während die Stadtstaaten im Berichtsquartal noch ein Plus von 19 600 Personen oder 0,6 Prozent meldeten, verzeichneten die Flächenländer einen Rückgang von 175 600 Erwerbstätigen oder 0,5 Prozent.
Im Durchschnitt aller Länder fiel die Erwerbstätigkeit um 0,4 Prozent. Die Spannweite der Veränderungsraten in den Ländern reichte von plus 1,4 Prozent in Berlin bis minus 1,2 Prozent in Bremen und Thüringen. In den alten Ländern (ohne Berlin) hatten 33,1 Millionen Personen oder 81,5 Prozent aller Erwerbstätigen ihren Arbeitsplatz und in Berlin 1,7 Millionen oder 4,1 Prozent. Insgesamt waren in den neuen Ländern im Durchschnitt des vierten Quartals 5,8 Millionen beschäftigt. Der Anteil an den Erwerbstätigen in Deutschland betrug hier 14,4 Prozent. Bundesweit hatten 40,6 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsplatz in Deutschland.
Bei den hier vorgelegten Länderergebnissen, die auf dem Rechenstand des Statistischen Bundesamtes vom 18. Februar 2010 basieren, handelt es sich um Berechnungen des AK ETR, dem alle Statistischen Ämter der Länder, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag angehören.
Zusätzlich zur Erstberechnung der Erwerbstätigenzahl für das vierte Quartal 2009 wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse ab dem zweiten Quartal 2009 und das Jahresergebnis 2009 überarbeitet. Hierbei wurden alle zum jetzigen Berechnungszeitpunkt zusätzlich verfügbaren erwerbsstatistischen Quellen einbezogen. Die aktualisierten Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können auf der Homepage des AK ETR unter www.statistik-hessen.de/erwerbstaetigenrechnung abgerufen werden.
Die Darstellung der Erwerbstätigkeit erfolgt als durchschnittliche Größe aller Erwerbstätigen nach dem Inlandskonzept (Arbeitsortkonzept). Erfasst werden demnach alle Personen, die im jeweiligen Gebiet ihren Wohn- und Arbeitsort haben, zuzüglich der außerhalb dieses Gebietes wohnenden Personen, die als Einpendler in diese Region ihren Arbeitsplatz erreichen. Zu den Erwerbstätigen rechnen alle Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte sowie Heimarbeiter und marginal Beschäftigte) oder als Selbstständige (einschl. deren mithelfenden Familienangehörigen) eine auf Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig von der Dauer der tatsächlich geleisteten oder vertragsmäßig zu leistenden Arbeitszeit. Grundlage für diese Definition bilden die von der International Labour Organization (ILO) aufgestellten Normen, die im Einklang mit den entsprechenden Definitionen im Europäischen System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ESVG) 1995 stehen.
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