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136/2010          25.06.2010

Bruttomonatsverdienste um 1,8 Prozent gestiegen

Die Bruttomonatsverdienste der Vollzeitbeschäftigten sind im 1. Quartal 2010 in Hessen um 1,8 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2009 gestiegen. Nach Mitteilung des Hessischen Statistischen Landesamtes wurde damit der im 1. Quartal des vergangenen Jahres beobachtete deutliche Rückgang der Verdienste (minus 3,4 Prozent) nur teilweise kompensiert. Die Bruttomonatsverdienste umfassen neben den regelmäßigen Zahlungen auch alle im jeweiligen Quartal geleisteten Sonderzahlungen. Die Verdienste im 1. Quartal eines Jahres sind besonders stark von erfolgs- und leistungsabhängigen Sonderzahlungen geprägt. Gewinneinbrüche von Unternehmen als Folge der Finanzkrise im Jahr 2008 ließen die Sonderzahlungen an die Arbeitnehmer im 1. Quartal 2009 um durchschnittlich 35 Prozent sinken. Im 1. Quartal 2010 nahmen die Sonderzahlungen „nur noch“ um 1,9 Prozent ab. Ohne Berücksichtigung der Sonderzahlungen stiegen die Bruttomonatsverdienste im 1. Quartal 2010 um 2,2 Prozent und im 1. Quartal 2009 um 1,6 Prozent.

Die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftszweigen verlief sehr unterschiedlich. Im Verarbeitenden Gewerbe stiegen die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen im 1. Quartal 2010 um 2,2 Prozent (1. Quartal 2009: minus 2,4 Prozent). Die Verdienste der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer von Anbietern „marktbestimmter“ Dienstleistungen (das heißt ohne Dienstleistungen des öffentlichen Sektors) lagen um 2,4 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresquartals. In diesem Bereich, zu dem auch Finanz- und Versicherungsdienstleister gehören, hatte es vor einem Jahr mit einem Minus von 7,8 Prozent einen überdurchschnittlichen Rückgang der Verdienste gegeben. Entgegen der allgemeinen Entwicklung sanken im 1. Quartal 2010 die Bruttomonatsverdienste im Baugewerbe um 3,9 Prozent. Ursache hierfür dürfte das schlechte Wetter gewesen sein, das viele Bauvorhaben verzögerte. Dies spiegelt sich im Rückgang der bezahlten Wochenarbeitszeit um 6,0 Prozent wider. Für solche witterungsbedingten Ausfallzeiten wird im Allgemeinen Saison-Kurzarbeitergeld gezahlt, das jedoch nicht zum Verdienst zählt. Umgekehrt wirkten bessere Witterungsbedingungen und zur Stützung der Konjunktur von der öffentlichen Hand beauftragte Bauvorhaben im 1. Quartal 2009 positiv auf die Verdienste (plus 3,0 Prozent).

Der Anstieg der Verbraucherpreise um 0,6 Prozent im 1. Quartal 2010 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal schmälerte die Kaufkraft der Verdienste, sodass „real“ durchschnittlich ein Plus von 1,2 Prozent bei den Arbeitnehmern verblieb.

Weitere Auskünfte erteilt:
Dr. Hans Herbert Krieg
0611 3802-635
preise@statistik-hessen.de