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207/2012          19.09.2012

In Hessen hat jeder Vierte einen Migrationshintergrund

Im Jahr 2011 hatten gut 1,5 Millionen Personen in Hessen einen Migrationshintergrund. Wie das Hessische Statistische Landesamt aus Ergebnissen des Mikrozensus mitteilt, gehörte jeder Vierte (25,3 Prozent) der knapp 6,1 Millionen Hessen zu dieser Bevölkerungsgruppe. Neben den zugewanderten und in Deutschland geborenen Ausländern zählen auch Spätaussiedler und Eingebürgerte sowie deren in Deutschland geborene Kinder zu den Personen mit Migrationshintergrund. Ihr Anteil lag in Hessen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 19,5 Prozent. Unter den Flächenländern hatte Hessen nach Baden-Württemberg den zweithöchsten Migrantenanteil.

Rund ein Drittel der Hessen mit Migrationshintergrund ist in Deutschland geboren, etwa zwei Drittel sind zugewandert. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus dem europäischen Ausland (66 Prozent). Allein aus den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union kommen rund 31 Prozent der Zuwanderer. Auf Europa folgten Asien/Ozeanien mit rund 20 Prozent sowie Afrika (fünf Prozent) und Amerika (vier Prozent). Die wichtigsten Herkunftsnationen waren die Türkei (14 Prozent), Polen (zehn Prozent) und die Russische Föderation (sieben Prozent).

Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund war in den jüngsten Altersgruppen deutlich höher als in den mittleren oder älteren Altersjahrgängen. Gut 46 Prozent der unter 5-Jährigen hatten einen Migrationshintergrund, bei den 5- bis 9-Jährigen waren es knapp 42 Prozent. Dagegen hatte lediglich knapp jede neunte Person im Rentenalter einen Migrationshintergrund. Insgesamt betrachtet lag das Durchschnittsalter der Bevölkerung mit Migrationshintergrund mit 34,8 Jahren rund zwölf Jahre unter dem der Personen ohne Migrationshintergrund (46,7 Jahre).

Neben dem Alter ist der Bildungsstand ein weiterer Aspekt, bei dem sich deutliche Unterschiede zwischen der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund zeigen. Bei den 25- bis 64-Jährigen hatten Menschen mit Migrationshintergrund sehr viel häufiger keinen Schulabschluss als Menschen ohne Migrationshintergrund (zwölf Prozent gegenüber 0,9 Prozent). Personen, die sich noch in Ausbildung befinden, blieben hier unberücksichtigt. Ähnliche Defizite zeigen sich bei den berufsqualifizierenden Abschlüssen. Auch hier hatten Menschen mit Migrationshintergrund sehr viel häufiger keinen Abschluss (33 Prozent gegenüber 8,4 Prozent).

Der geringere Bildungserfolg der Bevölkerung mit Migrationshintergrund wirkt sich nachteilig auf deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus: Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 64 Jahren waren etwa doppelt so häufig erwerbslos als Menschen ohne Migrationshintergrund (5,6 Prozent gegenüber 2,8 Prozent). Zudem war die Bevölkerung mit Migrationshintergrund mit einem Anteil von 23 Prozent deutlich häufiger von Armut betroffen als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (9,2 Prozent). Im Durchschnitt bestand für 12,7 Prozent der hessischen Bevölkerung eine Gefährdung durch relative Armut.

Weitere Auskünfte erteilt:
Lars Redert
0611 3802-228
lredert@statistik-hessen.de